Wer von zuhause arbeitet, kann die Kosten für das Arbeitszimmer in bestimmten Fällen steuerlich geltend machen. Dies trifft für Arbeitnehmer im Rahmen ihrer Werbungskosten zu. Aber auch Selbstständige können hiervon profitieren, in dem sie die Kosten für das Arbeitszimmer als Betriebsausgabe absetzen.
Man unterscheidet folgende zwei Fälle:

1. 100%-iger steuerlicher Abzug:

Stellt das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit dar, sind die Kosten für das Arbeitszimmer steuerlich unbeschränkt absetzbar.
Diese Regelung gilt jedoch meist nur für reine „Heimarbeiter“. Die Arbeit muss sowohl zeitlich als auch inhaltlich überwiegend von zuhause aus erfolgen. Arbeiten Sie z.B. an drei von fünf Tagen von zuhause, so können Sie die Kosten für das Arbeitszimmer komplett absetzen.
Diese Regelung ist z.B. auch für Ehegatten von Selbstständigen interessant, wenn diese beispielsweise die Buchhaltung, den Zahlungsverkehr oder andere organisatorische Aufgaben so gut wie ausschließlich von zuhause aus durchführen.

2. Beschränkter Abzug der Kosten:

Steht für die berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können die Kosten für das Arbeitszimmer bis zu einem Betrag von 1.250,00 EUR pro Jahr steuerlich geltend gemacht werden (beschränkter Abzug).
Dies trifft z.B. für Berufsgruppen wie Außendienstmitarbeiter zu, die keinen Schreibtisch im Betrieb haben, da sie überwiegend im Rahmen von Kundenbesuchen unterwegs sind und ihrer organisatorischen Arbeiten von zuhause aus erledigen.

Welche Kosten kann ich gelten machen?

Die Kosten des Arbeitszimmers sind anteilig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuerlich geltend zu machen. Hierbei wird das Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche einschließlich des Arbeitszimmers ermittelt. Zu den Kosten gehören:

  1. Miete
  2. Bei Immobilien im Eigentum, die Gebäudeabschreibung, Schuldzinsen für Hauskredite
  3. Wasser, Abwasser und Energiekosten
  4. Reinigungskosten
  5. Grundsteuer
  6. Müllabfuhrgebühren
  7. Schornsteinfegergebühren
  8. Beiträge zum Mieterverein oder Hauseigentümerverein
  9. Teilweise Renovierungskosten

Wichtiger Tipp :

Denken Sie auch daran, dass die Kosten für Einrichtungsgegenstände des Arbeitszimmers, wie z.B. Bücherregale, Schreibtisch, Bürostuhl und andere elektronische Arbeitsmittel zu 100% absetzbar sind, da diese Gegenstände direkt dem Arbeitszimmer zugeordnet werden können.